A Set in a Flat
Migration, Design and the Gemeindebau


Programm, Dokumentation und Materialien zur LV „Praxen der Intervention und Kommunikation“ am IKL / Moden und Styles der Akademie der bildenden Künste Wien

Gangart, Programm im Sommersemester 2014



In einem Gemeindebau der Nachkriegszeit verortet, lädt die Lehrveranstaltung zur Entwicklung künstlerischer Arbeiten über zwei dissoziierte Migrationsbewegungen: die NS Vertreibung, von der auch die führenden Exponenten der Moderne – meist jüdischer Herkunft – betroffen waren, sowie deren Schaffen im Nachkriegs-Exil. Und andererseits die späten Ausläufer der klassischen Arbeitsmigration, die mit der In-Anspruch-Nahme ihrer Rechte - zB dem Anrecht auf Gemeindewohnungen - in den letzten Jahren innenpolitische Ausverhandlungen entscheidend dynamisiert hat. Arbeiten von Josef Frank, Jacqueline Groag u.a. sind dabei Impuls und Untersuchungsgegenstand, um Narrative zu generieren, die den öffentlichen und privaten Raum des Gemeindebaus besetzen. Die Kooperation mit einem nahegelegenen Jugendzentrum gewährleistet die Anbindung des Projekts an die lokalen Gegebenheiten.

 

Thema und Verortung

Der Gemeindebau ist für die Stadt Wien als Europas größte Hausverwaltung nicht nur eine administrative Herausforderung, sondern Austragungsort ideologischer Auseinandersetzungen, von Ressourcen-Investment und nicht zuletzt ein weites Feld für Klientelpolitik. Die durch (langjährigen) Zuzug in die Stadt veränderte ethnische / religiöse / gesellschaftliche Zusammensetzung der GemeindebewohnerInnen ermöglicht eine Verschiebung alltäglicher Konflikt des Zusammenwohnens hin zur "Ausländerproblematik" - auch wenn es sich großteils längst um österreichische StaatsbürgerInnen handelt - sodass der öffentlich verwaltete Wohnraum als ein immens politischer Raum gekennzeichnet ist, in dem die agierenden Parteien auf Kosten minderheitlicher Bevölkerungsgruppen ihre WählerInnen-Potenziale mobilisieren. 

War es zu Beginn des 20sten Jhdts (der Metzleinstaler Hof aus 1919 ist der erste sog. Gemeindebau) und in der Zwischenkriegszeit das kommunale Auftreten gegen den "Mietzinswucher" der Gründerzeit-Spekulanten, so ging es in der Nachkriegzeit vorwiegend darum, rasch und kostengünstig leistbaren Wohnraum für die im Krieg weiträumig zerstörte und rasch wachsende Stadt zu schaffen. Die dabei auftretenden "Kontinuitäten" - dass also der Wiederaufbau durchwegs von den Kräften bewerkstellig wurde, die sich in der Zeit des Faschismus etabliert hatten - sind inzwischen ein Gemeinplatz. 
Dennoch drängten in vielen Bereichen die konzeptuellen und ästhetischen Praxen der Moderne, die vor 1934 Österreichs Architektur und Design geprägt hatten, wieder herein: einerseits von Personen, die schon vor den dreissiger Jahren in diesem Sinne aktiv waren und den Faschismus im Lande überdauert hatten. Andererseits als Einfluss von aussen, dem Lifestyles der Besatzungmächte, aber auch als Re-Import der Entwicklungen jener ursprünglich hier verankerter, ausgebildeter, sozialisierter, wirksamer GestalterInnen, die - vielfach auf Grund ihrer jüdischen Herkunft - das Land hatten verlassen müssen und  in England, Amerika, Israel, Skandinavien usw. erfolgreich und stilprägend wirkten. 

An diesen Orten öffentlich verwalteter Mangelbehebung - und das ist der Wiener Gemeindebau mit seinem an ökonomisch weniger gut gestellte Personengruppen gerichteten Angebot immer noch - spielt sich also eine seltsame Konstellation von Ab- und Zuwanderung, von Hybridisierung ästhetischer und ideologischer Konzepte und von Konfrontationen gegensätzlicher Weltauffassungen ab, die den Playground dieser Lehrveranstaltung abgeben.

 

Ablauf

Der Ablauf ist in 2 Phasen gegliedert: auf zweiwöchentlich stattfindende Einführungs-Vorlesungen folgen 2 WE-Blockveranstaltungen für die Entwicklung und Realisierung des künstlerischen Projekts. Hierfür steht eine Gemeindebau-Wohnung zur Verfügung, die eine Auseinandersetzung mit den historischen und kunstgeschichtlichen Aufladungen aus heutiger - postkolonialer - Perspektive zum Thema hat. Neben der eigentlichen künstlerischen Produktion und Inputs zum oben beschriebenen Kontext ist auch der Austausch mit / die Einbeziehung von BewohnerInnen integraler Bestandteil des Projektes. 
Dazu werden Kooperationen mit nahegelegenen kommunikativen Einrichtungen eingerichtet. 


 

Einführende Vorlesungen 
Nachkriegszeit: Gemeindebau und Migration
Planung des Privaten und des Öffentlichen Raums im Gemeindebau, Fallbeispiele.

Design für den Wohnraum im Exil - Schaffen von österr. DesignerInnen in der Nachkriegszeit: Josef Frank, Jacqueline Groag u.a. (Sammlungsbesuch) 

Künstlerische Projekte, Fallbeispiele - Partizipation, Parasitarismus, Kolonialismus, Gentifikation: 

Kunst am Bau (Wien, ab 1910), Chambre d'amis (Gent, 1986), "Project Unité" (Firminy, 1993), Nigel Charnok "Household Ghosts" (Wien, 2000), Katerina Seda (Arbeiten seit 2003), Into the City - Wiener Festwochen (seit 2006),  living rooms (Wien, 2011), Kunstgastgeber Gemeindebau (ab 2011), BIG, u.a.






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PROJECTS

Präsentation
17.6.2014, 16 – 20h
Dachgeschoß-Wohnung, Matzleinsdorfer Hochhaus und öffentlicher Raum im Theodor Körner Hof, 1050 Wien

Respondentinnen: Elisabeth Freiss / Institutsvorstand IKL, Tatia Skhirtladze / Universtät für Angewandte Kunst



FRAGEN AN EIN WOHNHOCHHAUS (m)eine Konfrontation
Mira Sacher
Intervention im Stiegenhaus, geschrieben und gesprochen



Mira konzentrierte sich bei ihrer Intervention auf das zwanzigstöckige Matzleinsdorfer Hochhaus im Zentrum des Theodor Körner Hofs. Dort interessierte sie besonders das Stiegenhaus als ein Schwellenbereich zwischen innen und außen. Anschließend an ein dortiges Dérive schrieb sie den Text "Fragen an ein Wohnhochhaus", der im Rahmen der Präsentation im Stiegenhaus gelesen wurde. Der Text ist eine Art innerer Monolog, in dem sich Mira Fragen der Privatssphäre, der Benutzung, der Regeln in diesem Wohnhaus stellt. Dabei nimmt sie auch auf ihre eigene Intervention Bezug und thematisiert das Eindringen in Räume, das im Rahmen eines Projekts wie ‚A set in a flat' auch eine Frage von Eigenverantwortung ist.



BLAUE WAND // AUSSCHNITT
Johanna Mark
Stoffstück 2x3m, geklappt/gefaltet auf Wand und Decke montiert und mit 18 gerahmten Bildern behängt
2 Montagen: Foto, Azetatfolie, Marker





Die Idee einer Gegenüberstellung ihrer Wohnung in einem bürgerlichen Bau im 7. Bezirk und der Gemeindebauwohnung bestimmte Johannas Installation im Rahmen von ‚A set in a flat'. Mit Hilfe eines Transfers sollte der Charakter der beiden unterschiedlichen Räume verglichen werden. Als Ausgangspunkt diente aufgrund ihres hohen Symbol-­‐ und Identifikationsgehalts eine blau gestrichene und mit einem Arrangement aus verschiedenen ästhetischen, sentimentalen oder praktischen Dingen behängte Wand in Johannas Wohnung. Für den Transfer wurde ein Stoff in dem selben Blauton an eine Wand in der Gemeindebauwohnung gehängt und an ihm die verschiedenen Objekte in unveränderter Anordnung befestigt. Das Ergebnis war schließlich auch ein Maßstabsvergleich der beiden Wohnungen, da der blaue Stoff sich aufgrund der Dachschräge nicht ausbreiten konnte und der Rest an der Decke weitergeführt wurde bzw. in Form eines Stoffzipfels von der Installation hing. Die Übertragung dieser Wand, die eine Art Projektionsfläche von Johannas Innerem darstellt, ließ nicht nur etwas Neues in der Gemeindebauwohnung entstehen, sondern führte auch zu einer Leerstelle in ihrer eigenen Wohnung. So kamen neue Fragen im Hinblick auf deren ehemalige Nutzungen auf. Die im Zuge einer kleinen Recherche erlangten Hinweise auf frühere MieterInnen setzte Johanna mit Zeichnungen auf Fotos ihres Zimmers um. Die Fotos, die nun gleichzeitig die frei gewordene Fläche als auch mögliche frühere Wohnsituationen zeigten, wurden schließlich in der Gemeindebauwohnung gegenüber der inszenierten blauen Wand platziert.



PVr35
Fabian Burkes
Ventilator, Skischuh, Pigmente, Bologneser Kreide (Gypsum), Karton, Netz





Motiviert durch seine künstlerische Beteiligung zu einem Leerstands-­‐Projekt in Bologna wollte Fabian eine Parallele zu der Raumnutzung in Wien im Zuge von ‚A set in a flat' herstellen. Der kollektive Charakter und politische Anspruch des Projekts in Bologna sollte so auch in das Wiener Umfeld transferiert werden. Die gemeinsame Ebene war dabei die beide Projekte umspannende Vorstellung, künstlerische Konzepte für Räume, die nicht für Kunst vorgesehen waren, zu entwickeln. Ausgehend von Bologna als traditionell roter Stadt – wie Wien in politischer aber aufgrund der zahlreichen Ziegelbauten auch optischer Hinsicht – entwickelte Fabian aus Kreidekalk und Ziegelstaub ein rotes Farbtafelmuster. So entstanden zwei auf Karton aufgetragene Flächen, von denen eine weiß und eine rot war. An den beiden Wänden des Wohnzimmers – einer rot gestrichenen Wand stand eine weiße Holzvertäfelung gegenüber -­‐ wurden die angefertigten Farbtafeln auf den Kartonstücken installiert. Die zweite Ebene der Intervention bildete eine Assemblage in der verlassenen Wohnung. In einem der Stauräume, die sich durch die zugebauten Mansarden ergeben hatten, fanden sich diverse von der Besitzerin vergessene Bruchstücke der Vergangenheit. Zu diesen Bruchstücken zählten auch ein paar alte Schischuhe aus zersplittertem und mit Schimmel befallenem Plastik, die Fabian zum Objekt seiner Installation machte. Für diese arrangierte er die Bruchstücke auf dem Fußboden des Wohnzimmers vor einem laufenden Ventilator. Das Netz, in dem die Schuhe gefunden wurden, hing dabei lose am anderen Ende des Raumes. Die drei Glühbirnen, die ebenfalls als Spuren der Besitzerin gesehen werden können, fügten sich dabei wie beabsichtigt in die Installation ein. Fabians Spurensuche und das daraus resultierende Projekt gewannen schließlich in Konfrontation mit der Wohnungsbesitzerin weiter an Spannung.



DIE CHINESISCHE VASE
Donata Kuess
2 x Audio: mp3, 10:24/2:55 min; Glasscherben am Boden (Plastik); Fußmatte "Willkommen"



Die Gemeindebau-Wohnung als gefährdeter Raum war Ausgangspunkt für diese Intervention. Grundlage dafür waren von Donata subjektiv wahrgenommene Gefahren, die vom Stadt- und Sozialraum des Theodor-Körner-Hofs ausgehen. Im Zuge der Intervention wurde mit zwei Hörstücken sowie einer Installation der Transfer von Objekten in die Wohnung und wieder hinaus thematisiert. Das erste Audiostück bestand aus der Erzählung einer fiktiven Bewohnerin, die in einem fiktiven Rundgang durch die Räume von verschiedenen fiktiven Objekten und ihrer Herkunft erzählte. So wurde ein Dialog zwischen der erdachten Bewohnerin und einem Gast inszeniert. Eine Installation an der Wohnungstüre, die als Schwelle zwischen Wohnung und Außenraum herangezogen wurde, bildete gemeinsam mit einem weiteren Hörstück den zweiten Teil der Intervention. Die Wohnungstüre wurde ausgehängt und neben die Öffnung gelehnt. Splitter aus Glas und Holz wurden am Boden verteilt. Das zugehörige Audiostück gab ein polizeiliches Protokoll zu einem Einbruchsdiebstahl wieder, in dem jene Gegenstände, von denen zuvor die fiktive Bewohnerin gesprochen hatte, in Wert und Aussehen beschrieben wurden. Die Hörstücke wurden über Kopfhörer abgespielt und füllten bei einem Gang durch die Wohnung die leeren Räume mit Bildern.



INSIDE-­‐OUTSIDE
Michaela Lechner
Überwurf, Plastik, 126x186cm und Teppich, Plastik/Etiketten, 105x105 cm





Michaela verband für das Projekt ‚Inside-­‐Outside' ihre eigenen Erfahrungen aus dem Bereich Upcycling mit Inspirationen aus Jaqueline Groags Arbeiten. Konkret bezog sie sich dabei auf einen Entwurf Groags, auf dem geometrische Formen, organisch gezeichnet und mit schwarzer Farbe kräftig umrandet, Assoziationen zu Stadtplänen weckten. Gemeinsam mit Grundrissen von Wiener Gemeindebauten diente das Groag-­‐Design schließlich als Vorlage für eine eigene Musterentwicklung. Als Material wurden vorrangig gebrauchte Plastiksäcke verwendet, die im Endprodukt zu einer Struktur aus bunten Flächen, versetzt mit figurativen Symbolen, architektonischen und geometrischen Elementen, begrenzt durch dicke schwarze Konturen, verarbeitet wurden. Das überwurfartge Objekt verwendete Michaela in verschiedenen alltäglichen Situationen wie etwa als Tischdecke für die Kinder im Park. Die Funktion des Objekts offenbarte sich dabei als komplex und konnte weder eindeutig als dekorativ noch als praktikabel eingeordnet werden. Präsentiert wurde das Objekt zunächst als Emblem an der Fassade des Hochhauses, indem es wie ein Teppich vom Fenster einer Wohnung wehte und so das Innere des Wohnhauses nach außen kehrte. Bezugspunkt hierfür waren die zahlreichen dekorativen Elemente im Inneren des Hochhauses, denen eine klassische 50er Jahre Formensprache zu eigen ist und die nicht zuletzt auch von Jaqueline Groags Designs beeinflusst sein können. In seiner zweiten Präsentationsform diente das Objekt als Tischdecke in jener Wohnung, die Ausgangspunkt von ‚A set in a flat' war.
Eigentlich als Nebenprodukt und ohne gezielten inhaltlichen Bezug konzipiert, ist im Rahmen von ‚A set in a flat' ein weiteres Objekt enstanden. Der aus dicht zusammengenähten Kleidungs-­‐Etiketten entstandene Teppich ist ein weiterer starker Hinweis auf Michaelas handwerkliche Arbeit und steht, weil im Kontext des Projekts gefertigt, doch in Bezug zu den Interventionen im Theodor Körner Hof.



WOS BLEIBT
Bernadette Uttenthaler
Audio: mp3, 7:30 min (loop), 2 Stühle



[audio]

Beeinflusst von einer generellen Aufmerksamkeit für in Stadt und Land unterschiedliche Kommunikationscodes und soziale Verhältnisse im öffentlichen Raum, geht Bernadettes Intervention von einer einzelnen sozialen Begegnung aus: Ein langes Gespräch mit einer älteren Dame auf einer Parkbank, die sich im Zuge eines Dérives im Theoder Körner Hof ergab. Die Erzählungen der Dame wurden anschließend in Form eines inneren Monologs zu einem Hörstück verarbeitet. In diesem wurde eine U-­‐Bahn-­‐Fahrt inszeniert, während derer sich Bernadette an das Gespräch im Gemeindebau erinnert, in ihren Gedanken Erzählungen rekonstruiert und an offene Fragen anknüpft, die während der Begegnung nicht aufgegriffen oder ausgesprochen wurden. Untermalt werden Bernadettes Gedanken von Hintergrundgeräusche und Stationsansagen. Das Hörstück wurde schließlich in einem leeren Raum der Gemeindebau-­‐Wohnung präsentiert, in dem zwei Stühle die U-­‐Bahn-­‐Sitze abstrahiert darstellen sollten. Beschränkt auf Bernadettes Wahrnehmungen, ist das Ergebnis der Intervention überaus personalisiert. Das Mittel des inneren Monologs schafft die Möglichkeit, zwischen der Erzählung und Bernadettes persönlichem Interesse ein Verhältnis herzustellen, das frei von Hierarchien zwischen den Gesprächspartnern ist. Die Erzählungen sowie die damit verbunden Fragen bleiben enteger und lassen sich durch den Monolog dennoch miteinander verbinden. So werden unterschiedliche Auffassungen und Kontexte deutlich wahrnehmbar.


BOTSCHAFTEN
Walter Petritsch
Mixed Media





Walter wählte bei seiner Intervention wie auch Viktorija und Kristina einen partizipativen Zugang. Parallel zu deren Workshop lud auch er die Kinder im Park zum gemeinsamen Zeichnen ein. Die bemalten Bögen wurden durchgestochen, zu Lochschablonen transformiert und schließlich in einen stark fragmentierten Siebdruck umgesetzt. Im Ergebnis sind die Zeichnungen durch diese Methode in punktierte Linien aufgelöst und stehen so an der Grenze des mit bloßem Auge Wahrnehmbaren. Präsentiert wurde der auf weißer Leinwand platzierte Siebdruck an einer grünen Wand in der Gemeindebauwohnung.




ZUSAMMENKOMMEN
Kristina Popova und Viktorija Stieger
Holzgerüst, 1,5 x 1,5 x 2,1 m, verschiedenfarbige Stoffe, zT bemalt





Ort der Intervention von Kristina und Viktorija war der Kinderspielplatz im Theodor-Körner-Hof. Durch die dichte Betreuung dieses Raumes stellte sich das Projekt als besonders aufwändig heraus und involvierte schließlich viele Mitwirkende wie die Parkbetreuung oder die Betreiber der T-Systems Media Box. Als Ausgangspunkt für die Installation dienten Stoffmuster von Josef Frank. Die Arbeiten des Wieners wurden in seinem skandinavischen Exil bald zum Inbegriff schwedischen Stoffdesigns. Für letzteres steht heute vor allem das Möbelhaus IKEA, das in seinen Designs, industriell überformt, immer wieder starke Bezüge zu Josef Frank zeigt. Als Material wurden daher nicht nur Frank-Designs verwendet, sondern auch Muster von IKEA und schließlich bei einem Mal-Workshop mit den Kindern im Hof überarbeitete Stoffe. Letztere stellten durch die Form der offenen Session einen starken Bezug zur lokalen Situation her. Am Tag der Präsentation wurde eine kleine und schlichte Hausstruktur aus Holz gefertigt und zwischen den Balken Schnüre gespannt. Diese wurden gemeinsam mit den Kindern im Park mit den drei Arten von Stoffmustern behängt und verkleidet.




Texte: Elisabeth Schepe








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MATERIALIEN

Die hier gesammelten Materialien dienen ausschließlich Unterrichtszwecken im Rahmen der Lehrveranstaltung

 

The Flat [>]

 

Gemeindebau

kurzer Abriß der Entwicklung des Wiener Gemeindebaus von den 1920er Jahren bis zur Jahrtausendwende [doc]
die Werbundsiedlung (Städtebau: Josef Frank) als Sonderfall [doc], [website]
aus: Gehen & Sehen – 5 Routen zu gebauten Experimenten (Falter City Walks, 2003) Gemeindebauten Gemeindebauten im 5ten Bezirk: S44-54 behandeln das Areal, in dem das Projekt lokalisiert ist [pdf]





Luftbild, in Blickrichtung ca. West:
im Vordergrund der Theodor Körner Hof, mit dem Matzleinsdorfer Hochhaus im Zentrum, oberhalb der zwischengeschobenen Garage der Müllabfuhr der Julius Popp Hof und der Herweghof, rechts (nördlich) davon der Matteottihof, nach der Gürtel-Biegung der Metzleinsthaler Hof und anschließend, am rechten oberen Bildrand der Reumannhof (nicht mehr vollständig im Bild)




Luftbild, in Blickrichtung ca. Ost:
links im Vordergrund der Leopoldine Glöckel Hof von Josef Frank [das rote Wien], gegenüber der Reumannhof. Siehe dazu den Text „Volkswohnungspalast“ von Frank

 

Josef Frank und Jaqueline Groag

Zwei GestalterInnen, die die österreichische Moderne mitgeprägt haben, in den dreißiger Jahren emigrieren mußten und mit ihrem durchschlagenden Erfolg vom Exil aus starken Einfluß auf die österreichische Nachkriegskultur ausübten:

Josef Frank, Architekt, Theoretiker und Designer / Textildesigner [wikipedia]
Josef Frank - Möbel- und Raumgestaltung, Dissertation von Marlene Ott, 2009 [pdf]
The Other Modern Dwelling: Josef Frank and Haus & Garten, Christopher Long, 1999 [pdf]

polemischer Text gegen die Architekturauffassung im Wiener Gemeindebau – er selbst hat einige Höfe gebaut (u.a. den Glöckelhof auf der stadtauswärtigen Seite des Gaudenzdorfer Gürtels) und war Planer der Werkbundsiedlung [pdf]

Text von Frank zur Verwendung von Tapeten im Wohnraum [pdf]

Text von Friedrich Kurrent (Architekt) über die Wirksamkeit Franks auf die modern gesinnte Nachkriegsgeneration [pdf]

 

Bilder: Stoffe und Tapeten für Svenskt Tenn, 40er/50er Jahre [>]

 

Jaqueline Groag / Hilde Blumberger, Textildesignerin
Arbeiten von Hilde Blumberger-Wien, aus: Deutsche Kunst und Dekoration: illustr. Monatshefte für moderne Malerei, Plastik, Architektur, Wohnungskunst u. künstlerisches Frauen-Arbeiten [pdf]
allgemeiner Text von Geoffrey Rayner [pdf]
aus: Das Architekten- und Designer Ehepaar Jaques und Jaqueline Groag, zwei vergessene Künstler der Wiener Moderne, von Ursula Prokop - zum Thema Emigration [pdf]

 

Bilder: Stoffe und Tapetenentwürfe aus dem London der 50er - 70er Jahre [>]

 

 

 

Inputs und Zeichnungsserien

Text von Markus Grob über Möbel [pdf]
(anläßlich Josef Frank Stipendium der ÖGFA 1997)

 

Exzerpt aus dem Text von Grob > Impuls für Zeichnungsserie [rft]
"Zwei Arten der Möbel gibt es: die Behälter und die Gestelle; und elf Formen: Schemel, Hocker, Stühle, Sessel, Bänke, Liegen, Betten, Truhen, Tische, Kästen und Regale."


Zeichnungsserien*
Zeichnungen und Projektskizzen zu der Begriffs-Folge:
Tapete, Teppich, Zeichen/Bild, Eigen–Bild* // Ereignis**

* [download ppt.]
** [mov]

 

 

Zeitgenössische künstlerische Positionen

Katerina Seda
Living Rooms
Projet Unite
[>]

 

Ausstellungsbesuch "Hoch hinaus" im Neuen Wiener Kunstverein / Hochhaus Herrengasse (Theiss Jaksch, 1930-32)





grober Zusammenschnitt des Gesprächs mit Sigi Schönauer von "Semmerl & Co" in seinem Lokal in der Siebenbrunnenfeldgasse 13, 10. Mai 2014, ca. 60min [mp3]